Evangelische Kirchengemeinde Schmalkalden Zufallsbild

15 Jahre Körperbehindertenkreis im Kirchenkreis Schmalkalden

Am 03. Dezember konnten die Teilnehmer des Körperbehindertenkreises das 15-jährige Jubiläum feiern. Es war für die etwa 50 Teilnehmer, Helfer und Gäste, Anlass, dankbar auf diese Zeit zurück zu blicken. Die Initiative zur Gründung des Kreises kam 1990 von Frau Angelika Heß, die die Erfahrungen im Behindertenkreis von Pfarrer Vater in Virnau auch in Schmalkalden umsetzen wollte. Zum ersten Treffen im Dezember 1990 luden Frau Heß gemeinsam mit Frau Sickert, Frau Clemen und mir ins behindertengerechte Gemeindehaus Künkelsgasse ein. Seither hat sich der Kreis stets am ersten Sonnabendnachmittag im Monat getroffen, etwa 160 – 170 Mal in diesen 15 Jahren.

Seit 1991 unternehmen wir im Sommer stets einen Tagesausflug. So besuchten wir im letzten Jahr mit einem großen Reisebus mit Hebebühne für die Rollstuhlfahrer den ehemaligen Diakoniepfarrer Basteck in der Märchenstadt Wolfhagen. In diesem Jahr ist ein Ausflug nach Würzburg geplant. Seit 1994 haben wir mit etwa 15 Personen in jedem Jahr eine Freizeitwoche durchgeführt und haben gemeinsam viel Schönes erlebt und gesehen. Wie in den Vorjahren werden wir im August wieder eine Woche in der Krustadt Bad Orb im Spessart sein.

Zum Körperbehindertenkreis sind alles Erwachsenen mit Beeinträchtigungen und Handicaps, gleich welcher Art, aus allen Gemeinden unseres Kirchkreises eingeladen, auch die aus angrenzenden Orten. So kommen Frau Beck aus Rosa und Kerstin Danz aus Schweina gern zu uns. Alle Teilnehmer freuen sich stets auf das Treffen. Manche sind von Anfang an dabei, wie Frau Kürschner, Frau Jannoch, das Ehepaar Büttner und das Ehepaar Weyh vom Marienweg 1, Frau Jung und Frau HErrmann aus Floh kamen kurze Zeit später hinzu. In den 15 Jahren nahmen wir von über 30 Mitgliedern für immer Abschied. Dafür kamen auch neue Teilnehmer hinzu. In unserem Kreis haben die Teilnehmer ganz unterschiedliche Behinderungen. Es gibt Blinde, Spastiker, Meschen die durch Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen sind, Menschen die an den Folgen der Kinderlähmung zu leiden haben, Epileptiker u.a.m.. Und dennoch können wir miteinander sehr fröhlich feiern!

Ich arbeite beruflich im Kirchenkreisamt und erledige da die Leistungsabrechnung der Diakoniestation, habe also mit “trockenen” Zahlen zu tun. Für mich ist diese ehrenamtlich Arbeit im Körperbehindertenkreis zu einem wichtigen Schwerpunkt und zu einer großen Bereicherung meines Lebens geworden.

In diesem Kreis erlebe ich Menschen, die trotz schwerer Schicksalsschläge fröhlich und dankbar sein können. In den Jahren seines Bestehens ist die Verbundenheit der Mitglieder untereinander gewachsen. Wir nehmen stets am Schicksal des anderen teil. In den Geprächen miteinander bei den monatlichen Treffen und auch häufig per Telefon finden die Teilnehmer Kraft und Stärke, das eigene Leid relativiert sich, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Keiner ist allein mit seinen Handicap.

Vor Jahren haben wir ein Lied entdeckt, dessen Refrain als Motto für den Körperbehindertenkreis steht:

“Gut, dass wir einander haben, gut dass wir einander seh’n,

Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und auf einem Wege geh’n,

gut, dass wir nicht uns nur haben, dass der Kreis sich niemals schließt, und

dass Gott, von dem wir reden, hier in unsrer Mitte ist.”

All das Steht für unseren Kreis: Gemeinschaft, Anteilnahme, füreinander da sein, sich unter Gottes Wort stellen und mit seinem Segen weitergehen. Das trifft für Teilnhemer und Helfer des Kreises gleichermaßen zu. Zum Jubiläum war eine Freude, dass die treuen Helfer, die den reibungslosen Ablauf der Treffen gewährleisten, beim Tischdecken der Kaffeetafel, dem Abwasch, Aufräumen, Fahrdiensten und musikalischer Begleitung zum Jubiläum besonders gewürdigt wurden. Zum Jubiläum erhielten alles Teilnehmer ein besonderes Geschenk: Bärbel Schenke und ich hatten im Laufe des Jahres 2005 alle besucht und die Lebensgeschichte erfragt und Bärbel Schenke hatte sie im unterhaltsamen Stil aufgeschrieben. So ist ein eindrucksvoller Band mit 47 Lebensbilern entstanden, der das Verständnis füreinander weiter stärken kann. Der Nikolaus ( Peter Laschinski in würigem Ornat ) überreichte die Geschenktüten. Mit unserem Dekan Bedbur, Diakoniepfarrer Schäfer, der Leiterin der Kreisdiakoniestelle Karola Leyh, mit Frau Sickert und anderen haben wir fröhlich das Jubiläum gefeiert. Auch mit einen Glas Sekt wurde angestoßen!

Wenn Sie, liebe Leser des Gemeindebriefes, Menschen mit Behinderungen in Schmalkalden und Umgebung kennen, können Sie unseren Kreis empfehlen. Unser Kreis ist offen, Mitglieder der verschiedenen christlichen Gemeinden sowie auch Konfessionslose sind herzlich eingeladen.

Gisela Höland

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